Strategie KMU: Strategieentwicklung und Risikomanagement in KMU


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Risikoanalyse und -bewertung

Unternehmensrisiken

Bei der Risikoanalyse sollen die Gründe der Risiken, nach einem Ursachen und Wirkungssystem, identifiziert werden, so dass die wirklichen Gründe der Risiken, und nicht nur die Symptome identifiziert werden (Rosenkranz et al., 2005) (siehe auch Folgerisiken).

Für die Bewertung von Unternehmensrisiken empfehlen viele Autoren von praxisorientierten und wissenschaftlichen Artikeln die Erstellung einer Risikomatrix mit den zwei Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe. Nebst diesen beiden Risikoattributen ist allerdings die zeitliche Schadensentwicklung eines Risikoereignisses nicht zu vernachlässigen.

Eintrittswahrscheinlichkeit
Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezeichnet den statistischen Erwartungswert eines Ereignisses innerhalb eines Zeitraums und liegt für Schlüsselrisiken zwischen einem Jahr und mehreren Jahrzehnten. Risiken, die mehrmals jährlich eintreten, werden normalerweise nicht als Schlüsselrisiken betrachtet und daher operativ bewirtschaftet. In der Applikation Strarito werden beispielsweise vier Klassifizierungen gebildet: einmal im Jahr, einmal in fünf Jahren, einmal in zehn Jahren, und einmal in 25 Jahren.
Beispiel: Möchte man die Eintrittswahrscheinlichkeit erhalten, dass ein Schlüsselmitarbeiter die Firma verlässt, so muss beurteilt werden, ob eine Kündigung realistischerweise eher innerhalb eines Jahres oder eher innert fünf Jahren liegt. Es gibt bei der Beurteilung kein Richtig oder Falsch, auch wenn die Beurteilung subjektiv ist. Oft ist bereits der Prozess, sich mit dem Gedanken des Verlustes eines Schlüsselmitarbeiters auseinanderzusetzen, hilfreich.

Existenzbedrohendes Risiko
Die Bestimmung der Schadenshöhe wird erst in Beziehung mit dem für die Unternehmung existenzbedrohenden Risiko aussagekräftig. Das existenzbedrohende Risiko einer Unternehmung ist der Aufwandbetrag in der jährlichen Erfolgsrechnung, ab welchem dies für die Unternehmung ohne zusätzlichen Kapitaleinschuss existenzbedrohend ist. Maximal liegt dieser Betrag bei der Summe aus Eigenkapital, (versteckten) Reserven und Jahresgewinn. Allerdings kann dieser Betrag, je nach Gesellschaftsform, Vermögensallokation, Zugang zu Fremdkapital, ausserbilanziellen Verpflichtungen und weiteren Faktoren signifikant tiefer liegen.

Schadenshöhe
Die Schadenshöhe wird prozentual zu dem festgelegten existenzbedrohenden Risiko ausgewiesen und liegt im Bereich zwischen 0% und 100%. In vielen Risikomatrizen wird die Schadenshöhe entweder als einen absoluten Wert oder nur als verbale Risikoklasse dargestellt. Dies ist grundsätzlich möglich, hat jedoch den Nachteil, dass die Unternehmung sich nicht mit dem existenzbedrohenden Risiko auseinander setzen muss.
Beispiel: Wenn der Verlust eines Verkaufsleiters mit 150‘000 p.a. bewertet wird und das Existenz bedrohende Risiko für die Unternehmung auf 120‘000 angesetzt ist, so ist die Existenz hundertprozentig gefährdet.


Zeitliche Schadensentwicklung
Zwei Unternehmensrisiken mit gleicher Schadenshöhe und gleicher Eintrittswahrscheinlichkeit sind nicht zwingend gleich riskant. Ein wesentlicher Treiber ist dabei die Geschwindigkeit der Schadensentwicklung. In Strarito werden beispielsweise vier zeitliche Schadensentwicklungen unterschieden: schlagartig; innert einiger Wochen; über mehrere Monate hinweg; und schleichende Schadensentwicklung (siehe Beispielbericht Strategiekonzept und Risikomanagement, Kapitel Risikomatrix).



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Hinweis zur Literatur





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